Auf neuen Wegen Lehren lernen-- das „Lernen lernen" lehren

Da wurde bei der Vorbereitung an der Universität groß gearbeitet und vorbereitet. Theorie und Praxis wurden eng verknüpft, dass die Unterrichtseinheit zum Arbeitsplatz auch glatt laufen konnte. Dass die Frau Strobel von unserer Schule als Lehrkraft dabei war, spricht für die Frau Strobel und unsere Schule.

Zirndorf - Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3a der Grundschule II in Zirndorf sitzen im Kreis zusammen und diskutieren über Sinn und Unsinn von Hausaufgaben. Natürlich kommen die üblichen Schüler-Argumente: Hausaufgaben sind von der Menge her zu viel, kosten viel Zeit, machen keinen Spaß... Aber es gibt auch Fürsprecher und es werden sogar Tipps ausgetauscht: Wie machst du die lästige Arbeit zuhause? In welcher Reihenfolge machst du die Aufgaben? Klassleiter Lorenz Weiß leitet die Kinder an und begleitet die Diskussion. Im Hintergrund sitzen Studentinnen der Universität und Referendarinnen.
Die Klasse 3a nimmt an einem Pilotprojekt teil, das die drei Phasen der Lehrerausbildung - Studenten, Anwärter und ausgebildete Lehrer - miteinander verknüpft. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen Universität, Lehrerausbildung und Lehrerbildung, in dem Theorie und Praxis miteinander verbunden werden.
An einem Theorietag an der Universität hatten sich die Studentinnen und Anwärterinnen unter Leitung von Seminarrektorin Ingrid Dröse und Lorenz Weiß, der ebenso wie Frau Dröse auch Trainer für Unterrichtsentwicklung ist, mit dem sehr aktuellen Thema „Lernen lernen und Lernen lehren" beschäftigt.
In der Klasse 3a zeigte Lorenz Weiß den Studentinnen und Anwärterinnen wie eine Einbindung der Lernmethoden in den Unterricht möglich sein kann. Der Sitzkreis ist dabei nur eine Methode. Auch das Partnergespräch sowie komplexere die Einzel- und Gruppenarbeit gehören dazu.
„Du hast nun ein Blatt mit Lerntipps vor dir liegen. Entscheide dich für einen und unterstreiche die wichtigsten Worte. Dann überlege dir drei Argumente dafür und eines dagegen" gibt Lorenz Weiß präzise Anweisungen an die Drittklässer. Nun sollen die Kids in einem Lerntippbasar
ihren Tipp an den Mann, sprich an die anderen Schüler, bringen und anpreisen. Die Kleinen springen von ihren Plätzen und wuseln durcheinander im Klassenzimmer. Anne erzählt Daniel, warum gerade ihre Methode so gut ist, Alexandra tauscht sich mit Annika aus. Nach einigen Minuten setzen sich die Kleinen wieder. Jetzt wird nachgefragt: „Welcher Tipp hat dich überzeugt?" und die Kinder erklären, warum ihnen welcher Lerntipp am Besten gefallen hat. Ganz neu ausprobiert hat der erfahrene Lehrer Weiß diese Methode des Basars in dieser Klasse. Vorteil: die Kinder können sich während des Unterrichts auch einmal bewegen und herumlaufen.
Die gesamte Lehrvorführung wird in der anschließenden Reflexionsrunde mit den Studentinnen und Anwärterinnen besprochen. Anschließend sind die Studentinnen an der Reihe, in einem Unterrichtsversuch selbst Lernmethoden auszuprobieren. Zu zweit bekommen sie jeweils eine halbe Klasse, in der sie sich ausprobieren können, selbstverständlich immer begleitet von Ingrid Dröse und Lorenz Weiß. Die Referendarinnen hatten diesen Lehrversuch bereits im Vorfeld unternommen. Als letzten Schritt in diesem neuen Ansatz der Lehrerbildung erfolgt eine erneute Reflexionsrunde, in der die Anwendung der Lernmethoden noch mal durchdacht wird.

Claudia Bidner-Wunder -- Fürther Nachrichten/ Landkreis Fürth